• Artikel WAZ 17.06.2014


New York kocht. An einem mörderisch heißen Sommertag erhält Delphy Mahony, stellvertretende Chefin der „New York Signs“, Nachricht von einem brutalen Mord. Dessen Details sie erschüttern, weil ihr eigener Vater auf ganz ähnliche Weise getötet wurde: Als Kinder mussten Delphy und ihr Bruder Ben erleben, wie ein gestörter Patient sich an dem Urologen rächte – mit dem Skalpell. Nun ist der Täter wieder auf freiem Fuß . . .

Psycho-Drama unter Geschwistern


Der Thriller „Dog Days of Summer“ führt in mehrfacher Hinsicht geschickt auf die falsche Fährte. Denn was auf den ersten Blick wirkt wie der amerikanischen Spannungsschmiede entsprungen, ist in Wahrheit „made in Germany“. Autorin Cecily von Hundt, 1974 in Düsseldorf geboren, hat eine Buchhandelskarriere hinter sich und als freie Journalistin gearbeitet. Und auch im Roman ist nichts so, wie es scheint. Der Täter von einst hat mit den aktuellen Morden, die die Stadt in Atem halten, gar nichts zu tun. Wer aber kennt die grausigen Details der lange zurückliegenden Tat so genau, dass er sie in Serie wiederholen könnte?

Neben dem Spannungs-Plot aber gelingt Cecily von Hundt ein psychologisch glaubwürdiges, fein gesponnenes Drama um ein Geschwisterpaar: Eines der beiden Kinder hat damals dem Täter selbst die Tür geöffnet, und so veränderten Schuld und Vorwürfe gleich zwei Leben für immer. Während Delphy als Erwachsene mit ihrer Neigung zum Alkohol kämpft und ihre Liebe zu einem verheirateten Mann unerwartete Früchte trägt, stolpert Ben in eine Affäre mit Pathologin Rosa – ebenfalls höchst verhängnisvoll.

Am Ende liegt die Lösung des Falls greifbar nahe und kommt doch überraschend: spannende Unterhaltung für lange, warme Sommernächte.

 Britta Heidemann, WAZ 

  • Interview Süddeutsche Zeitung 24.02.2014  

Sie haben bisher eine Kurzgeschichte und die schmale Gesellschaftssatire „Von Pilzen und anderen Menschen“ veröffentlicht. Warum jetzt einen Krimi?

 

Cecily von Hundt: Den habe ich eigentlich schon vor sieben Jahren angefangen. Doch dann passierte soviel. Mein Mann und ich gingen nach Berlin, ich hatte dort eine Buchhandlung und habe das Manuskript völlig vergessen. Dann fing ich ein neues an, mit dem ich aber nicht vorwärts kam. Das hat mich so frustriert, dass ich das alte herausgesucht und daran weiter geschrieben habe.

 

Ein Krimi als Schreibtherapie?

Oder auch eine Art Flucht. Schließlich leben wir im Dachauer Hinterland. Zwar wohnen auch viele unserer Freunde in der Nähe. Trotzdem vermisse ich manchmal die Stadt. Und wenn ich dann aus dem Fenster gucke und schon wieder dieselbe Kuh sehe, dann muss ich eben innerlich auf Reisen gehen.

  

Nach New York zum Beispiel, wo Ihr Krimi „Dog Days of Summer“, also Hundstage, spielt.

Ja, New York ist so ein Sehnsuchtsort von mir. Ich war dreimal da. Und ich wollte immer bleiben. Ich liebe auch diese amerikanischen Blockbuster und Serien, CSI New York und so weiter, die dort spielen. Als ich an „Dog Days of Summer“ schrieb, habe ich besonders viele davon gesehen.

 

Das heißt, Sie sind selbst ein Krimi-Fan?

Ja. Andererseits lese ich auch viel Lyrik. Es muss immer eine Mischung sein, finde ich. Gerade ich Sylvia Plath neu für mich entdeckt. Auch Gottfried Benn mag ich sehr gern. Aber immer, wenn ich etwas Schweres gelesen habe, lese ich danach mindestens einen Krimi. Ich finde das total entspannend.

  

Was ist an Krimis entspannend?

Man muss sich nicht übermäßig konzentrieren und auch nicht so viel mitdenken – ideal um abzuschalten, finde ich. 

  

Ein blutrünstiges Vergnügen. In Ihrem Buch wird zwei kleinen Kindern gleich zu Anfang auf bestialische Art und Weise der Vater genommen.

Ich hatte immer diese Szene vor Augen, in der sich die beiden Kinder im Dunkeln aneinander klammern. Das war der Ausgangspunkt der Geschichte. Dass sie so blutrünstig wurde, hat wohl auch damit zu tun, dass mittlerweile fast alle Krimis so sind. Ein bisschen muss man das als Autor auch bedienen. Ich habe da allerdings auch wenige Berührungsängste

– abgesehen davon, dass ich jetzt schlecht schlafe. (lacht)

 

Sie gruseln sich vor Ihren eigenen Ideen?

Ich recherchiere ausgiebig für meine Geschichten und was ich dann so lese oder sehe – zum Teil sind es ja echte Fälle, die ich studiere – das nimmt mich schon mit. Gerade lese ich „Kaltblütig“ von Truman Capote...

 

Das Protokoll eines tatsächlichen Mordes an einer gesamten Familie . . .

Ja. Ein sehr packendes Buch. Sehr düster, aber ich mag düstere Geschichten. Zum Beispiel auch „Das fünfte Kind“ von Doris Lessing, in dem beschrieben wird, wie eine Familie durcheinander gerät, durch die Geburt des fünften Kindes, das ganz anders ist, als alle anderen. Oder auch „Das Schloss aus Glas“. Die Geschichte von einem Mädchen, deren Eltern als Hippie gelebt haben und die Kinder völlig haben verwahrlosen lassen. Kurz: Familie interessiert mich wahnsinnig. Das reizt mich. Komödien lese ich hingegen gar nicht.

 

Auch Ihr Krimi ist ja eine Familiengeschichte . . .

Ja, das hat wahrscheinlich auch mit meiner eigenen Familiengeschichte zu tun. Mein erstes Buch „Von Pilzen und anderen Menschen“ ist deshalb auch sehr autobiografisch. Ich habe meine Mutter früh verloren, mein Vater hat bald wieder geheiratet – das war schwierig. Eine Jugend, über der ein Schatten lag. Ich habe lange gebraucht, um das aufzuarbeiten und emotional zu verdauen.  

  

Fast alle wichtigen Figuren in Ihrem Buch sind Frauen. Hat das auch autobiografische Gründe?

Tatsächlich habe ich Schwierigkeiten, mich in einen Mann hinein zu versetzen. Es hat also etwas mit Bequemlichkeit und auch mit Unsicherheit zu tun, wenn ich eine weibliche Hauptfigur wähle. Ich denke, da weiß ich eher wovon ich rede, fühle mich sicherer. Wenn ich über einen Mann schreibe, kann ich nicht so intuitiv schreiben. Ich muss mehr konstruieren, als bei einer Frau. Aber ich finde Frauen auch facettenreicher, gerade wenn sie morden.

  

Sie haben die besseren Ideen?

Frauen morden auf subtilere, überlegtere Art als Männer – wenn man das überhaupt verallgemeinern kann. Aber so steht es in sehr vielen Büchern, die ich darüber gelesen habe.

Ich würde jedenfalls für einen Mann niemals ein so intrigantes Gedankengeflecht anlegen, ich glaube, das findet bei Männern gar nicht so statt.

  

Sie haben sich jedenfalls für Ihr Buch nicht nur in die „Guten“, sondern auch in das Böse hineinversetzt. In einigen Passagen erzählt der Täter in der Ich-Form.

Das fand ich ehrlich gesagt sehr schwierig. Aber ich wollte es authentisch haben. Außerdem wollte ich auch die Spannung erhöhen und möglichst keinen Hinweis auf den Täter geben. Er sollte gesichts- und geschlechtslos bleiben. Das erschien mir einfacher in der Ich-Form. Zugleich war es mir wichtig, dass der Charakter richtig beschrieben wird und auch eine Vorgeschichte hat. Wenn jemand schon so durchgeknallt handelt, dann braucht er dafür auch einen Grund.

 

Typisch für Krimis ist ja eigentlich, dass die Hauptfiguren in Serie gehen. Haben Sie das auch vor?

Darüber nachgedacht habe ich schon. Aber erst einmal will ich sehen, ob sich überhaupt jemand für dieses Buch und seine Figuren  interessiert. Und auch, ob ich mich weiter für sie interessiere. Dieser Krimi ist schon anders, als das was ich bisher so geschrieben habe. Das ist auch eine andere Sprache. Aber ich könnte die Handlung in einem weiteren Teil an einen anderen Ort in den USA verlegen. In New York war ich ja nun schon. Jetzt könnte ich doch – wenigstens in Gedanken – zum Beispiel nach Miami reisen.

 

Viktoria Großmann
Süddeutsche Zeitung GmbH

 

  • Rezension "Von Pilzen und anderen Menschen", Helmut Schönauer

Manche Bücher will man als Leser ständig schräg halten, als könnte sonst der Inhalt ausrinnen vor Ironie. Cecily von Hundts Erzählung ist von dieser schräg-ironischen Art, man nimmt die Sätze wörtlich und fühlt sich wohltuend sanft auf den Arm genommen, man liest die Geschichte pragmatisch verschränkt, und wird plötzlich in eine scheinbar klare Wirklichkeit entführt. Eine junge Frau kommt wie tausend andere in der Literaturgeschichte in ein Sanatorium, um ihre Kindheits- und Jugendjahre Revue passieren zu lassen. Die Ärzte sind ziemlich ratlos und gerieren sich als Hilfssheriffs der Lebensberatung, wenn ihnen nichts mehr einfällt, empfehlen sie der Patientin, sie möge doch bitte sehr ihre Geschichte aufschreiben. Das tut sie und wird daurch zu einer gnadenlos verrückten Erzählerin, die nahezu alle Stile drauf hat. Da ja nicht klar ist, welcher Erzählstil den Ärzten gefällt oder welcher dem erlebten Leben am besten entspricht, werden vorsichtig verschiedene Erzählmuster ausgetetstet. Der englische Empfindungsroman, die Gothic-Novel, der Schelmenstreich nach dem Muster J.D.Salingers und ein weiblicher Klon des Zöglings Törless werden als mögliche Modelle zur Beschreibung des eigenen Daseins herangezogen, die Erzählerin verknüpft immer wieder die Situation des Schreibens mit der aufgeschriebenen Erinnerung. Der Leser wird mit unzähligen Anspielungen herausgefordert, den Text in seiner eigenen Lesewelt zu verankern. Die Pilze als ein Filter für die Realität, wenn man an diverse Pilzgemische von Alice im Wunderland denkt, die Hauptfigur Emma als Prototyp einer aufgeklärten Frau und schließlich der bedächtige Schnitt von Vorabendserien, der über die erzählte Familienstruktur gelegt ist, ergeben letztlich ein vollkommen authentisches Bild eines Lebensgefühls, das um das klassische Bildungsgut herum Stützpunkte des eigenen Denkens entwickeln muß. Die Klarheit der scheinbar Verrückten tut ein Übriges, um festgefahrene Vorstellungsmuster aus den Angeln zu heben. Mit der Zeit kann der Leser das Buch ruhig wieder gerade halten, es rinnt nicht aus, aber es verströmt fröhliche Ironie, die sich auf die neu entdeckte Wirklichkeit legt.

Helmuth Schönauer 30/10/01

 

  • Rezension Salzburger Nachrichten, "von Pilzen und anderen Menschen"  

"Ich soll aufschreiben was passiert ist. Das sei psychologisch sehr befreiend, haben die Ärzte mir hier versichert. Also beginnt eine junge Frau ihr Denkmaschinchen in Gang zu setzen, und die Mühlen des Gedächtnisses verarbeiten das gelebte Leben, in dem die Schrecken die Hauptrolle einnehmen, zu Erinnerung. So wird, was einmal grauenhafte Wirklichkeit gewesen ist, im Nachhinein zum Stoff der Bewusstwerdung. Cecily von Hundt, Jahrgang 1974, ist ein literarisches Talent, das man nicht leichtfertig übersehen sollte."

Salzburger Nachrichten

 

  • Pressestimmen "Wieder vereinigt, neue deutsche Liebesgeschichten",
    Wagenbach Verlag  

Welch prächtige Idee, beim Lesen mit einer Frage wie jener nach Ost und West geleitet zu sein! Das verführt zum Vergleichen von Biographien der Autoren und zum Nachlesen. Die Antwort: Die Liebe ist staatenlos, regimelos.«

Hedwig Kainberger, Salzburger Nachrichten

 


»Die Kurzgeschichten handeln von gescheiterten Verführungs
versuchen an Tischtennisplatten, Ehegatten-Diebstahl, den letzten Schuhen, traumatischen Kakerlaken oder auch dem Sommer des Lebens. Und es wird klar: Die Mauer ist zwar weg – aber leichter wird es mit der Liebe trotzdem nicht.«

jetzt.de

 

 

24.06.2005
 
 
 
 
 
 
 

 

Eine Anthologie mit deutsch-deutschen Liebesgeschichten 

 

Erzähl mir Liebe 

Auch die Liebe ist nicht mehr das, was sie einmal war. Früher, als die entbrannten Herzen noch Tristan und Isolde oder Ferdinand und Luise hießen, dauerte sie zwar nicht lange, hielt aber bis zum Tod. Heute gleichen die Beziehungen Zeitarbeitsstellen. Wie der Arbeitnehmer vom Chef sind die Liebenden von ihren Partnern abhängig und werden früher oder später vor die Tür gesetzt. So zumindest scheinen es die 14 Autorinnen und Autoren zu sehen, die Herausgeberin Margit Knapp in der Anthologie Wieder vereinigt versammelt hat. Neue deutsche Liebesgeschichten wollen sie erzählen.

Die Resultate lesen sich eher wie aktuelle Beiträge zum Geschlechterkampf: Frauen sind schwache, zerbrechliche Wesen. Männer auch. Während die Autorinnen ihren Protagonistinnen zumeist starke Männer gegenüberstellen, rätselhafte, auch unerbittliche Wesen, konfrontieren die Autoren ihre Helden mit nicht minder enigmatischen, selbstbewussten, überlegenen Frauen. Das eigene Geschlecht ist der Loser, das andere der unverstandene Widerpart.

Oft ist es gerade die Makellosigkeit der Sprache und des Aufbaus, die in seltsamen Kontrast steht zur Eindimensionalität der erzählten Geschichten. In Doris Dörries Beitrag Oben rechts die Sonne wird die Ich-Erzählerin, eine Studentin mit bemerkenswertem Busen, zur Geliebten eines verheirateten Mannes, bis dieser das Interesse an ihr verliert und zu seiner Frau zurückkehrt. Eine gekonnt gebaute, leicht konsumierbare Geschichte, charmant dank der egoistisch-jugendlichen Nonchalance der Protagonistin. Man unterhält sich auf gehobenem Niveau. Und doch bleibt das schale Gefühl zurück, dass hier zu schulmeisterlich alle Fäden miteinander verknüpft und alle Anspielungen eingelöst werden.

Viele der Texte sind von einer sommerlichen Leichtigkeit, die allzu oft in Unverbindlichkeit umschlägt. Sie halten zentrale Informationen zurück, hinterlassen aber keine existenziellen Fragen, sondern allenfalls eine leichte Verwunderung, die mit der nächsten Geschichte bereits verflogen ist. Wie Julia Francks TextMaries Schuhe, in dem bis zuletzt ungeklärt bleibt, auf was sich der zentrale Satz der Protagonistin "Es ist mein letzter Sommer" bezieht, der zugleich der Auslöser für die einseitige amour foudes Schusters wird. Oder wie in Yorck Kronenbergs Kurzgeschichte Gegenlicht, in der nichts die suizidale Stimmung der Frau erklärt und auch die Beziehung des Paares nur in einer Binnenerzählung angedeutet wird.

Es ist die Sinfonie der Großstadt, die den Rhythmus für viele der Erzählungen liefert. Zuweilen wird es auch international, wie in Thomas Langs Las Vegas-Geschichte Sex-Monster oder wie bei Uwe Timm, der seinen Erzähler und die Protagonistin in der Rahmenhandlung zwischen New York und Frankfurt pendeln lässt. Und wenn die Protagonisten sich, wie in Carsten Probsts Die Ferne, aufs Land zurückziehen, nehmen sie ihre städtischen Beziehungsprobleme mit. Das alte Haus und die winterlich-karge Landschaft der Provence sind Sinnbild der Beziehung von Angela und Simon, kein locus amoenus, sondern Ort der Sehnsucht und des Abschieds. Der romantische Topos spiegelt sich im gediegenen Erzählstil. Inhaltlich hingegen ist der Text ganz heutig: einzige Erkenntnis ist der Liebesverlust.

Andere verzichten ganz auf eigene Einsichten. Sommer von Wolfgang Hermann ist die groteske Coming-of-Age-Geschichte eines jungen Toren, der auszieht, um sich von seiner übermächtigen Mutter zu befreien - und prompt in den Armen einer dreißig Jahre älteren Frau landet. Man kennt das. Doch durch die geschickte Wahl der Szene - Hermann schildert lediglich die Verführung des jungen Mannes - und die eingeflochtenen Rückblenden wird der Text zu einem erotisch-witzigen Erzählstück, ohne mehr zu wollen.

Neben Texten wie diesen wird selbst die Erzählkunst Judith Hermanns groß, die hier mit bereits Bekanntem (Camera obscuraaus Sommerhaus, später) vertreten ist. Marie spielt mit dem hässlichen Künstler und seinen Gefühlen, bis sie einsehen muss, dass er derjenige ist, der die Fäden in Händen hält. Hermann demontiert Maries Charkter, ohne ihn vorzuführen. Sie greift den coolen Berlin-Mitte-Groove auf und verändert seinen Rhythmus so, dass er die Charakterlosigkeit Maries offenbart. Großartig beängstigend ist es schließlich, wie die mediale Verfremdung, das Auge des Großen Bruders die Situation kippen lässt. Die Sehnsucht nacht Ruhm, Macht, vielleicht auch Geld macht Marie zum Opfer ihrer selbst.

Auffallend ist, dass neben diesem nur ein weiterer Text auf den Zusammenhang von Ökonomie und Beziehung eingeht. In der etwas undurchsichtigen Geschichte Berlin Bolero von Ingo Schulze trifft ostdeutsche Do-It-Yourself-Mentalität auf die westdeutsche Konsumgesellschaft: Robert will die selbst ausgebaute Wohnung um keinen Preis aufgegeben, während Doro nicht begreifen kann, dass ihm der Kampf darum mehr bedeutet als Ruhe und Wohlstand. Der Konflikt des ungleichen Paares ist subtil inszeniert und endet unversehens in einem Mord - ein ironisch-finsterer Kommentar zur Wiedervereinigung.

Doch mit derartiger Düsternis hält sich die Anthologie nicht lange auf. Beschwingt geht es weiter mit den Trennungen und dem Zusammenfinden in sommerlicher Leichtigkeit. Und so verlässt man dieses Strandleseerlebnis, wie man es betreten hat - durchschnittlich unterhalten auf gehobenem Niveau.

Georg Kasch